Termine

+++ Donnerstag 31.01.2008, 20:00 Uhr:
Stadtbibliothek, Mailänder Platz 1, Stuttgart

Barbara Kalender und Jörg Schröder im Gespräch
Film Die März Akte

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Die Verleger und Autoren sprechen mit Jürgen Jankowitsch & Andreas Vogel (Montage-Gruppe) über das Desktop Publishing von ›Schröder erzählt‹, das tazblog ›Schröder & Kalender‹ und natürlich — über den MÄRZ Verlag: seiner Gründung im Jahr 1969, seiner Schließung im Jahr 1987 und seiner Auferstehung als MÄRZ-Archiv im Schiller-Nationalmuseum / Deutsches Literaturarchiv. Barbara Kalender und Jörg Schröder lesen auch einige Passagen aus ihren Werken. Anschließend wird der mit einem Grimme-Preis ausgezeichnete Film ›Die März Akte‹ gezeigt.

In Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Stuttgart. Eintritt: € 4,- / 3,-

»Jörg Schröder ist der Erfinder des erweiterten Verlegertums, in ihm vermischten sich, naiv-idealistisches Unternehmertum (der Unternehmer als Abenteurer, den die systemtragenden Legenden immer beschwören und der, wenn er einmal wirklich irgendwo auftaucht, natürlich immer wieder schön und lehrreich und tragisch am System scheitern muß) mit paranoisch-kritischer politischer Klugheit. Von Anfang an war das MÄRZ-Programm undogmatische, linke Underground-Dokumentation, man fand immer nebeneinander radikale Politik und radikale Kunst (Frantz Fanon und Hermann Nitsch), Spinner (Valerie Solanas) und Genies (R. D. Brinkmann), Szene-Seller (Amendts ›Sexfront‹) und Obskurstes, Poetisches von hohem dokumentarischem Rang (Gerard Malanga, Ted Berrigan), also Dinge, die sich im Programm eines Untergrundverlages im Message-Rahmen widersprechen, die aber einen Zusammenhang ergeben im Schröder-Zusammenhang, den man als den Ehrgeiz bezeichnen könnte, erweiterte Geschichtsschreibung per Büchermachen zu betreiben. Dokumentieren, bevor es zu spät ist.«
— Diederich Diederichsen in SPEX